Herzchirurgie Thoraxchirurgie Gefäßchirurgie

Lungentumore

Bei großen Lungentumoren ist die sogenannte anterolaterale Thorakotomie Zugang der Wahl; hierbei wird der Schnitt von unterhalb der Brust Richtung Achselhöhle geführt, sodass bei angelegtem Arm kaum eine Narbe zu sehen ist.
Auch funktionell ist diese Schnittführung ideal, da kein einziger Muskel gegen seinen Verlauf durchtrennt werden muss.

Standardoperation bei auf einen Lungenlappen beschränkten Tumoren ist die Entfernung dieses Lappens unter Mitnahme aller dazugehörenden Lymphknoten (Lobektomie).

Mein Prinzip bei der Operation von zentralen Lungentumoren lautet:
so radikal wie notwendig und so gewebeerhaltend wie möglich.

Dies ist durch Anwendung einer speziellen, anspruchsvollen Operationstechnik, der sogenannten Manschetten- oder Sleeveresektion, möglich:
hierbei werden vom Tumor infiltrierte Anteile der großen Bronchien und/oder Lungenarterien gemeinsam mit dem Tumor reseziert und die gesunden Bronchien bzw Lungenarterien danach wieder reanastomosiert (zusammengenäht).

Durch diese Manschetten- oder Sleeveresektionen lässt sich bei Vorliegen eines zentralen Tumors oft die Entfernung des gesamten Lungenflügels (Pneumonektomie) vermeiden, d.h. die Manschettenresektion ist bezüglich der Radikalität mit der Pneumonektomie, also mit der Entfernung des gesamten Lungenflügels vergleichbar, funktionell bleibt aber genauso viel gesundes Lungengewebe erhalten wie bei der Lobektomie.

Da viele Patienten mit eingeschränkter Lungen- und Herzfunktion für eine Pneumonektomie gar nicht belastbar sind, kann ihnen erst durch die Manschettenresektion eine radikale Operation angeboten werden.

In internationalen thoraxchirurgischen Zentren sollten etwa 2-3x so viele Sleeveresektionen wie Pneumonektomien durchgeführt werden.
An unserer Abteilung beträgt das Verhältnis von Sleeveresektionen zu Pneumonektomien ca. 7:1.